Auf der Suche nach der sexuellen Freiheit: Über by Volkmar Sigusch

By Volkmar Sigusch

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An diesen Ergebnissen kann abgelesen werden, dass sich die Sexualität heute nicht mehr überwiegend in ehelichen, sondern in nichtehelichen Beziehungen abspielt. Ein anderes Ergebnis ist ebenso interessant: Danach gefragt, welche Praktiken »beim letzten Sex« angewandt wurden, stellt sich heraus, dass hochsignifikant nur der Mundverkehr bei den jüngeren Generationen zugenommen hat. Während ihn von den 60-Jährigen knapp 30 Prozent angaben, waren es bei den Jüngeren um 50 Prozent. Der Vaginalverkehr kommt unverändert häufig vor, der Analverkehr hat nicht signifikant, also ganz wenig zugenom- 32 Auf der Suche nach der sexuellen Freiheit men, und das Küssen sowie manuelle Praktiken sind bei den Jüngeren offenbar etwas beliebter, kommen um drei bis zehn Prozent häufiger vor.

Die erste Botschaft: In längeren Beziehungen ergeben sich erotische Momente kaum spontan, so dass sich die Partner entscheiden müssen, wie aktiv sie ihre Sexualität gestalten wollen. Die zweite Botschaft: Die Lust am immer vorhandenen Unterschied der erotischen Profile der Partner kann erotische Spannung erzeugen. Die dritte Botschaft: Ohne Neugier und den Mut zum Spiel ist guter Sex nicht zu haben. Die vierte Botschaft: Jede erotische Veränderung ist mit einem Risiko verbunden, das sich aber lohnen kann.

Ja, genau. Und vielleicht gibt es heute sogar weniger Lustlose und Asexuelle als vor fünfzig Jahren. Aber heute organisieren sie sich, heute erfahren wir es, während man sich früher darüber ausschwieg. Mangelt es uns nicht auch an moralischen Geländern und Verbotsschildern, um die Lust zu steigern? Unser Problem ist tatsächlich, dass es keine allgemeinverbindlichen moralischen Ideen mehr gibt, hinter denen sich eine Mehrheit versammeln könnte, Männer wie Frauen, Kinder wie Erwachsene. Und theoretisch lässt sich wohl nachweisen, dass das Verbot das Sexuelle groß macht, der Vatikan ist das beste und letzte Beispiel.

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